Führungswechsel bei den Stadtwerken

Verabschiedung von Bernhard Weinberg und Helmut Puls – Hartmut Klokkers und Daniel Kollbach bilden neues Führungsduo

© Hinnerk Schröer

Schüttorf. Bei den Stadtwerken Schüttorf-Emsbüren (SWSE) und dem Trink- und Abwasserverband (TAV) endet eine Ära: Mit Bernhard Weinberg und Helmut Puls gehen zwei langjährige Verantwortliche in den Ruhestand. Weinberg führte über 18 Jahre als Geschäftsführer die Geschicke der beiden Unternehmen und tritt jetzt in die Freizeitphase seines Altersteilzeitarbeitsverhältnisses ein. Puls war 32 Jahre als stellvertretender Geschäftsführer des TAV tätig. Die Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. Mit Hartmut Klokkers und Daniel Kollbach wird es in Zukunft eine Doppelspitze geben. Denn mit den personellen Veränderungen geht auch eine Umstrukturierung der Führungsebenen einher. 

 

Klokkers, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Schüttorf-Emsbüren GmbH, wird künftig kaufmännischer Leiter und stellvertretender Geschäftsführer des TAV und somit die kaufmännische Führung beider Unternehmen übernehmen. Der Veldhausener kann bereits auf viel Erfahrung bei den Stadtwerken zurückblicken: Seit dem Jahr 2003 ist Klokkers in Schüttorf als kaufmännischer Leiter tätig und hatte in den vergangenen beiden Jahren zudem kommissarisch die Geschäftsleitung inne. Daniel Kollbach kommt aus dem benachbarten Gronau in die Obergrafschaft und übernimmt die Geschäftsführung im technischen Bereich. Der 37-jährige Wirtschaftsingenieur verfügt ebenfalls über viel Stadtwerke-Erfahrung. Seine berufliche Laufbahn begann er bei den Stadtwerken in Gronau mit einer Ausbildung zum Energieektroniker. Nach Studium und Weiterbildungen verantwortete er dort in den vergangenen Jahren die Leitung von strategischen Projekten und den operativen technischen Bereich. 

 

Den ersten gemeinsamen Termin hat das neue Geschäftsführer-Duo bereits absolviert. In der Schüttorfer Wietkamphalle nahmen Klokkers und Kollbach an der Verbandsversammlung des TAV teil. Die Sitzung mit den Bürgermeistern und Ratsvertretern der Mitgliedsgemeinden Bad Bentheim, Schüttorf, Salzbergen und Emsbüren stand ganz im Zeichen des Abschieds und des Neustarts. Denn Dr. Volker Pannen begrüßte als Sitzungsleiter nicht nur die beiden neuen Hauptverantwortlichen und stellte ihren beruflichen Werdegang vor, er verabschiedete in einer sehr persönlichen Rede auch Bernhard Weinberg und Helmut Puls und hob dabei die äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor. „In der Zeit sind wichtige Weichenstellungen erfolgt, die das Unternehmen vorangebracht haben“, sagte Pannen, der besonders die Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz betonte. „Die Zusammenarbeit wird mir fachlich und menschlich fehlen“, sagte Pannen, der die ausscheidenden Geschäftsführer als „heimatverbunden und bodenständig, aber auch visionär“ charakterisierte.

 

Bernhard Weinberg brachte die Stadtwerke und den TAV seit seinem Antritt im Jahr 2001 auf den „grünen Pfad“. Vor allem die Stromerzeugung aus regenerativen Energien hat der Schüttorfer vorangebracht. In dem Bereich bleibt der passionierte Segler, der im Ruhestand eine lange geplante Segeltour in Neuseeland umsetzen möchte, den Stadtwerken auch erhalten. „Das Thema Wind ist mein Steckenpferd und wird mich weiter beschäftigen“, sagte Weinberg, der in den nächsten zwei Jahren für die SWSE-Tochtergesellschaft „Naturstrom“ tätig sein wird. In seiner Ansprache bedankte sich Weinberg auch bei den Verwaltungen und politischen Gremien in den Gemeinden: „Unsere Projekte sind in den Rathäusern und Räten immer auf fruchtbaren Boden gestoßen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Denn es kommen ganz neuen Aufgaben auf das Unternehmen zu.“ Regenerative Energiegewinnung, E-Mobilität, Mobilität durch Wasserstoff, Extremwetterereignisse oder Glasfasernetze und Digitalisierung sind nur einige der Felder, die Klokkers und Kollbach in Zukunft beackern werden. Einen besonderen Dank sprach Weinberg dafür aus, dass es ihm im Jahr 2006 vom Aufsichtsrat ermöglicht worden war, nach einem dreijährigen Arbeitsaufenthalt im Ausland wieder auf den Geschäftsführer-Posten in der Obergrafschaft zurückkehren zu können.

 

Viele Veränderungen hat es auch in den 32 Jahren gegeben, die Helmut Puls für den TAV gearbeitet hat: Vom reinen Trinkwasserversorger zum Generalanbieter in Sachen Trink- und Abwasser. Puls hat das alles mit viel fachlichem Wissen, aber auch zwischenmenschlichem Humor begleitet. Die Sitzung zu seiner Verabschiedung war die 190. Verbandssitzung seiner Ära. Bis auf eine im November 1990 habe er keine verpasst, wie er betonte. „Der Wechsel ist für mich Neuland. Ich habe gerne beim Verband gearbeitet, aber freue mich jetzt auch auf den Ruhestand“, sagte Puls, auf den allerdings auch das Wort Unruhestand zutreffen könnte. Denn jetzt hat er mehr Zeit, sich dem Campingplatz in der Nähe des Quendorfer Sees zu widmen, den er seit mehreren Jahren mit seiner Familie betreibt.


©Hinnerk Schröer

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