Smart Meter – bereit für die Energie der Zukunft

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Das Ziel der Energiewende in Deutschland ist es, bis zum Jahr 2050 hauptsächlich „sauberen Strom“ aus regenerativen Quellen wie Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie, Geothermie oder nachwachsenden Rohstoffen zu beziehen. Diese Energiequellen stehen nur dezentral oder witterungsabhängig zur Verfügung. Um Angebot und Nachfrage an Strom in Einklang zu bringen, braucht es eine feinere Abstimmung. Darüber hinaus ist die Verringerung des Energieverbrauchs durch eine sparsame und effiziente Nutzung der Energie das zweite Standbein der Energiewende. Der Einbau der neuen Stromzähler bei allen Verbrauchern, Betrieben und Erzeugern hilft, ein intelligentes Stromnetz zu schaffen. Mit der Digitalisierung wird der eigene Stromverbrauch deutlich transparenter. Mit dem Wissen kann der Verbrauch gesteuert und gesenkt werden.

Unser Film zum Thema Smart Meter

FAQs

1. Warum gibt es neue Zähler bzw. neue Messeinrichtungen?

Mit der Digitalisierung der Energiewende trat am 2. September 2016 das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) in Kraft. Es regelt das Mess- und Zählwesen in Deutschland umfassend neu. Bis zum Jahr 2032 werden bei Erzeugern und in allen Haushalten und Betrieben die, meist mechanischen Stromzähler (Ferraris-Stromzähler), auf neue elektronische Zähler bzw. Messeinrichtungen umgestellt. In unserem Netzgebiet übernehmen wir, die Stadtwerke Schüttorf - Emsbüren als grundzuständiger Messstellenbetreiber (gMSB) diese Aufgabe.

Zielsetzung

In Deutschland werden bereits 32 Prozent des Stroms aus regenerativen Ressourcen produziert. Dabei stehen Sonnen- oder Windenergie nur dezentral und witterungsabhängig zur Verfügung. Um das Potential an erneuerbar erzeugtem Strom bestmöglich zu nutzen, brauchen die Energienetze aktuelle Informationen über die Erzeugungs- sowie Verbrauchssituation.

Als Teil der Energiewende erhält jeder Verbraucher einen neuen, digitalen Zähler. Diese Modernisierung ist eine von vielen Maßnahmen, welche die Bundesregierung beschlossen hat, um die Energieversorgung zukunftssicher, transparenter und umweltfreundlicher zu gestalten.

Die Hauptaufgabe des Stromzählers bleibt unverändert: Er misst den Stromverbrauch zuverlässig und kontinuierlich. Im Vergleich zum Vorgänger kann der neue Zähler nicht nur den klassischen Zählerstand anzeigen, sondern auch den Energieverbrauch. So kann der eigene Energieverbrauch viel genauer eingeschätzt und darauf reagiert werden.

2. Worin unterscheiden sich "alte Zähler", moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme?

Aktuell wird der Stromverbrauch in der Regel mit einem elektromechanischen Stromzähler, dem sogenannten Ferrariszähler, gemessen. Der Zählerstand wird jährlich vor Ort abgelesen.

Die neuen Zähler kommen in zwei Ausführungen. Es gibt die moderne Messeinrichtung (mME) und das intelligente Messsystem (iMS). Die moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Stromzähler, der die Stromverbrauchsdaten speichert und auf einem Display darstellt. Dieser Zähler wird bei 85% aller Verbraucher verbaut und ist sozusagen eine Grundversion. Er hat kein Kommunikationsmodul und kann in der Grundausstattung keine Daten versenden oder empfangen.

Nur in ganz bestimmten Fällen, bei etwa 15% aller Verbraucher, muss die moderne Messeinrichtung (mME) zum intelligenten Messsystem (iMS) erweitert werden. Man spricht dann vom sog. Smart Meter. Dabei wird die moderne Messeinrichtung um eine Kommunikationseinheit – das sogenannte Smart-Meter-Gateway -ergänzt. Das Smart-Meter-Gateway, eine Art Datendrehscheibe, kann die Messwerte verarbeiten und nach Bedarf übermitteln.

3. Bei wem müssen digitale Stromzähler installiert werden?

Nach den Vorgaben des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) müssen die bestehenden Stromzähler bis 2032 in allen Haushalten durch digitale Zähler ersetzt werden. Dabei wird bei 85% aller Verbraucher der moderne Zähler (mME) verbaut.

In ganz bestimmten Fällen, etwa bei 15% aller Verbraucher, muss die moderne Messeinrichtung mit einem zusätzlichen Smart-Meter-Gateway zum intelligenten Messsystem (iMS) aufgerüstet werden. Dieses soll im Regelfall nur verpflichtend bei Betrieben und Verbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, bei Stromerzeugern mit Solaranlage oder Blockheizkraftwerk ab 7 kW eingebaut werden. Die allermeisten Privat-Haushalte betrifft dies also nicht.

Die nachstehende Tabelle zeigt die gesetzliche Roll-Out-Verpflichtung der digitalen Zähler.

Grafik zu 3. Bei wem müssen digitale Stromzähler installiert werden?

4. Ist der Einbau verpflichtend?

Ja, für die unter Punkt 3 genannten Fallgruppen gemäß § 31 MsbG.

5. Wie werden Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet (bei iMS)?

Bei den erfassten Daten handelt es sich um personenbezogene Daten, die den Regelungen des Datenschutzgesetzes unterliegen. Das bedeutet, dass die Technik nur eingeschränkte Funktionen zulässt. So können beispielsweise Messstellenbetreiber nur Absender (z.B. Name des Haushaltskunden) und Empfänger (z.B. Name des Stromlieferanten) von Daten erkennen, ihr Inhalt (z.B. Strommenge) ist jedoch verschlüsselt. Diese Datensicherheit ist vergleichbar mit einem Briefverteilzentrum, bei dem der Post Absender und Empfänger bekannt sind, der Briefinhalt jedoch verschlossen bleibt.

6. Welche Daten werden gespeichert (bei iMS)?

Die neuen iMS-Systeme, auch Kommunikationseinheiten genannt, speichern Informationen zum Stromverbrauch. Es werden keine persönlichen Informationen, wie beispielsweise Name, Anschrift oder Bankkonto gespeichert. Damit entsprechen die Kommunikationseinheiten den Datenschutz- und Datensicherheitsvorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Alle Informationen zu Ihrem Energieverbrauch sind streng geschützt.

7. Wie viel kosten die neuen Messsysteme?

Der Gesetzgeber hat für die verschiedenen Verbrauchsklassen gestaffelte Preisobergrenzen festgelegt. Diese wurden vom Gesetzgeber aufgrund einer detaillierten Studie festgelegt und sollen sicherstellen, dass einerseits für den Kunden die Zusatzkosten möglichst gering sind und andererseits dem Messstellenbetreiber durch den Smart-Meter-Rollout langfristig keine Verluste entstehen.

Die Preisobergrenze für moderne Messeinrichtungen beträgt 20,00 € (brutto) pro Jahr.

Für Kunden mit einem intelligenten Messsystem gelten folgende Preisobergrenzen (brutto) pro Jahr:

Tabelle zu 7. Wie viel kosten die neuen Messsyteme?

> 6.000 kWh - 10.000 kWh/a sowie Erzeuger > 7 - 15 kW zahlen 100,00 €
>10.000 kWh - 20.000 kWh/a sowie Erzeuger >15 - 30 kW zahlen 130,00 €
>20.000 kWh - 50.000 kWh/a zahlen 170,00 €
>50.000 kWh - 100.000 kWh/a sowie Erzeuger >30 -100 kW zahlen 200,00 €

8. Wer trägt die Kosten für den Einbau der neuen Stromzähler?

Die Stadtwerke Schüttorf -  Emsbüren GmbH übernehmen als grundzuständiger Messstellenbetreiber die Kosten für den Ersteinbau des Zählers. Die Kosten für die Messung und Betrieb des Zählers werden dem Stromkunden in Rechnung gestellt, wobei diese die gesetzlichen Preisobergrenzen nicht übersteigen dürfen.

Im Regelfall sind für den Einbau des neuen Zählers keine baulichen Veränderungen rund um den Zählerschrank notwendig. Vereinzelt kann es vorkommen, dass bei sehr alten Kundenanlagen, die nicht mehr dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen, zur Aufnahme der neuen Messsysteme der Zählerschrank umgebaut werden muss. In diesen Fällen werden wir gemeinsam mit Ihrem Installateur eine Lösung finden, die unseren technischen Anschlussbedingungen entspricht. Die Kosten hierfür trägt der Anschlussnehmer.


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